More than Honey ist überall

Wir kennen die Bilder der sterbenden Bienen aus dem Film More than Honey. Nun ist es aber nicht etwa so, dass unsere Insekten und mit ihnen die Honigbienen nur weit weg an den Folgen des Einsatzes von Pestiziden sterben. Es geschieht auch bei uns – in unserem heilen Ländle  Liechtenstein – hier und jetzt…

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Mutmasslich durch Pestizideinsatz schwer geschädigte Bienenvölker in Eschen

Am Vormittag des 16. Juli finden sich auf dem Bienenstand an der Brühlgasse in Eschen (Dominik und Rochus) kehrschaufelweise tote Bienen und es werden im Laufe des Tages immer mehr. Die 24 Völker sind stark geschädigt und deren Zukunft sehr ungewiss.

Mutmasslicher Grund – Agrochemieeinsatz: Ein am Vorabend gespritzter Zuckerrübenacker steht als Quelle im Verdacht. Der Bauer hat diesen Acker nach seinen Angaben am 15.7. abends mit mit dem Fungizid „Opus top (BASF)“ gespritzt. Dieses Pestizid enthält die Wirkstoffe Fenpropimorph und Epoxiconazol.  Sicherheitsdatenblatt Opus top

Das Mittel ist gemäss Herstellerangeben bei Verwendung nach Gebrauchsanweisung nicht bienengiftig (wie gemäss Herstellerangaben praktisch alles für uns alle ungefährlich ist, was uns an Agrochemie so zugemutet wird…) In der Gebrauchsanweisung steht allerdings auch, dass das Mittel nicht bei hohen Temperaturen eingesetzt werden darf. Warum, steht da aber nicht. gestern hatte es bedeutend über 30 Grad…

Eine Probe der vergifteten Bienen und eine Probe von den Zuckerrüben Acker wurden zwecks Untersuchung durch den Bienengesundheitsdienst Apiservice genommen. Die Bienen werden leider trotzdem nicht wieder lebendig.

Weitere betroffene Bienenstände Die Lage der Bienenstände mit deutlich sichtbaren Vergiftungssanzeichen (sprich krepierende Bienen vor den Kästen) erstreckt sich vom Rheindamm in Bendern bis ins Ortszentrum von Eschen. Der verdächtige Acker und der am härtesten getroffene Bienenstand  liegen genau in der Mitte. Je weiter entfernt, desto weniger heftig ist das Bild – aber die Schäden sind trotzdem deutlich. Auch hier besteht die Gefahr dauerhafter Schäden.

Imkerinnen und Imker gehören – nicht zuletzt wegen den Folgen der intensiven Landwirtschaft – zu den besten Kunden unserer Zuckerproduzenten. Gleichzeitig wird kaum eine andere Agrarpflanze in unserem Gebiet so intensiv gespritzt wie die Zuckerrübe. Die Folgen sind oben zu sehen.

Agrochemie tötet. Immer wieder werde ich gefragt, was der Einzelne tun kann, um den für uns alle (vor allem für die Landwirte) so wichtigen Bienen und Wildbienen zu helfen.

  • Kaufe keine Produkte aus konventionellem Anbau mehr – Agrochemie tötet und nur der Biolandbau verzichtet auf den Einsatz von Pestiziden.
  • Setze in deinem Garten keine Pestizide ein – Wer den Bienen helfen will und seine Buchsbäume gegen den Zünsler spritzt, hat noch gar nichts begriffen…
  • Pflanze in deinem Garten Bienenpflanzen, dulde Wildnis und stell den Rasenmähroboter ab.
Bei den Honigbienen wird sichtbar, was alle Lebewesen belastet - Agrochemie tötet

Bei den Honigbienen wird sichtbar, was alle Lebewesen belastet – Agrochemie tötet

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