Bienenvergiftung – Die Resultate der ersten Laboranalysen

Nach Wochenlangem Warten und unzähligen Nachfragen Interessierter Personen bei mir und anderen Involvierten liegen nun folgende Laboranalysen vor

Untersuchung des Honigs der betroffenen Völker

Es konnten zum Glück keinerlei Pestizide nachgewiesen werden. Der Honig ist von bester Qualität und wird demnächst in den Handel gebracht.

Untersuchung der Pflanzenprobe eines in der Nähe liegenden Ackers, welcher am Vorabend mit einem Fungizid gespritzt wurde

Wie erwartet wurden Rückstände des eingesetzten Spritzmittels nachgewiesen. Jedoch finden sich keine Spuren der beiden Wirkstoffe, welche für den Tod der Bienen (siehe unten) verantwortlich sind. Das Fungizid Opus Top kann als Ursache der Vergiftung ausgeschlossen werden, weil es auf den Bienen zwar nachgewiesen wurde – aber in geringen Mengen. Ebenfalls kann gesagt werden, das die Spritzbrühe nicht mit anderen Mitteln verunreinigt war.

Untersuchungsbericht der Apiservice

Untersuchung der toten Bienen

Die Todesursache der eingesandten Bienen konnte einwandfrei nachgewiesen werden: Sie sind durch die beiden Neonicotinoide Clothianidin und Thiamethoxam vergiftet worden.

Neonicotinoide sind sehr potente Insektizide. Sie sind weltweit in Verruf geraten, weil sie für den Tod von Millionen von Bienenvölkern verantwortlich gemacht werden. Sie sind für die Insektenwelt schlichtweg die Hölle auf Erden. In der Schweiz und Lichtenstein ist die Verwendung seit Dezember 2013 bis Dezember 2015 eingeschränkt (Moratorium). Genaueres dazu im Untersuchungsbericht der Apiservice

Keiner Der umliegenden Äcker wurde gemäss den offiziellen schriftlichen Aufzeichnungen der Bewirtschafter mit einem entsprechenden Mittel gespritzt.

Neue Spur: Neonicotinoide wurden und werden nicht nur gespritzt, sondern vor allem als Mittel zur Saatgutbeizung eingesetzt. Diese für Insekten brandgefährliche Methode wurde mit dem Moratorium für Mais und Raps zumindest bis Ende dieses Jahres verboten. Ausnahme: Getreidesaatgut, welches nach dem 30. Juni ausgesäht wird.

Sehr nahe dem am meisten geschädigten Bienenstand gibt es einen Acker, welcher jetzt mit einer Gründüngungsmischung bestellt ist. Davor wuchs dort Getreide, welches ein paar Tage vor der Vergiftung abgeerntet wurde. Exakt zum fraglichen Zeitpunkt wurde dann diese Parzelle für die Aussaat der Gründüngung bei staubtrockenen Verhältnissen beackert. Es könnte also sein, dass Die Wirkstoffe mit dem Getreide in den Boden gebracht wurden und danach durch die Beackerung wieder freigesetzt und verfrachtet wurden. Eines der Probleme ist die extrem lange Wirksamkeit der Neonicotinoide. Studien berichten von einer Halbwertszeit im Boden bis über 1000 Tage hinaus…

Aufklärung und Handeln tut Not: Falls der Boden belastet ist, tickt hier eine Zeitbombe: Es könnte sein, dass die jetzt dort wachsende Gründüngung durch die systemische Wirkungsweise der Neonicotinoide, wenn sie in ein paar Wochen aufblüht,  ebenfalls zum Horror für unsere Bienen und alle anderen Insekten wird.

Wir bleiben dran…

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