Mein Umgang mit der Varroa

 

Seit etwa zwanzig Jahren behandle ich meine Völker mit Ameisensäure gegen die Varroamilbe. Dazu kam rasch der Drohnenschnitt, dann noch die Winterbehandlung mit Oxalsäure. Anfangs hat das einigermassen gut funktioniert. Später musste ich aber, wie die meisten anderen Imker auch, immer wieder zu hohe Winterverluste hinnehmen.

Als ich vor drei Jahren bereits Ende Juni meine stärksten Völker abräumen und einer notfallmässigen Ameisensäurebehandlung unterziehen musste, habe ich mich entschieden das Kernproblem nicht länger zu verdrängen: Unsere Winter werden wärmer und zumindest meine Bienen brüten auch im Dezember und Januar. Der Wirkungsgrad der Winterbehandlung mit Oxalsäure muss deswegen stark in Frage gestellt werden.

 

Um die Sache proaktiv anzugehen, musste ein neues Konzept her: Seit letztem Jahr bin ich gemeinsam mit einem befreundeten Imker Besitzer eines Varroacontroller-Gerätes zur Milbenbekämpfung mittels Hyperthermie und versuche mich zusätzlich im Varroafangen mittels Bannwabenverfahren. Neuer Elan und Forschergeist ist eingekehrt und ich überwintere meine Bienen seit nun drei Jahren in Folge praktisch verlustfrei.

 

Mein derzeitiges Varroabekämpfungskonzept für Wirtschaftsvölker

 

  • Winterbehandlung mit Oxalsäure und/oder Frühlingsbehandlung mit Hyperthermie Anfangs April (je nach Standort, Witterungsbedingungen und Erfolg der Winterbehandlung)
  • Bannwabenverfahren mit der Duplex Wabentasche 21 Tage vor dem Abräumen und Restentmilbung mit Milchsäure oder Oxalsäure
  • Bei Bedarf Herbstbehandlung mit Ameisensäure oder Hyperthermie

 

Varroa-Controller

Bild: ECODESIGN company

Warum sich jetzt um das leidige Thema Varroa kümmern ?

Der ideale Zeitpunkt für diese Prozedur ist im zeitigen Frühjahr. Es gibt dann nur zwei bis drei Waben verdeckelte Brut – also wenig Arbeit bei der Durchführung – und der Prozentsatz der sich in der Brut aufhaltenden Milben ist um diese Jahreszeit am höchsten.

 

Bei Anwendung des Hyperthemieverfahrens mit dem Varroacontroller werden die gedeckelten Brutwaben dem Bienenvolkes entnommen, abgewischt und in das Gerät gehängt. Total finden 18 Waben Platz. Während eines dreistündigen Behandlungszyklus werden diese kontrolliert erwärmt und wieder auf Stocktemperatur abgekühlt. Die Varroamilben bilden dabei ein Hitzeschockprotein aus und sterben binnen weniger Stunden. Die Bienenbrut nimmt keinen Schaden.

 

Auch bei konventionell erfolgter Behandlung mit Oxalsäure im Winter ist es sehr nützlich zu wissen, wie viele Milben im Frühjahr noch in den Völkern sind. Wer jetzt den Varroatotenfall erfasst, erkennt die Ausreisser nach oben, bevor diese im Sommer zum Problem für den ganzen Bienenstand werden können und kann gezielt bereits im Rahmen der Ablegerbildung geeignete Massnahmen zur Milbenreduktion treffen.

 

Mehr zum Thema Varroahyperthermie:

Verein Varroahyperthermie Schweiz

Varroacontroller

 

 

 

 

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