Faszination Naturbau

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Im Bau befindliche Wabe mit ansitzender Königin

Vor drei Jahren habe ich damit begonnen, meine Bienen im Brutraum konsequent auf Naturbau zu halten. Ich mache mir keine Gedanken mehr über Einsatz bzw. Ausschneiden von Drohnenwaben, Grösse der Zellenprägung auf Mittelwänden, durch zu grosszügige Erweiterung schorfig gewordene Mittelwände oder andere menschengemachte Probleme. Ich überlasse das alles den Bienen. Einzige Ausnahme: Durch den Einsatz von Rahmen mit Anfangsstreifen bauen auch meine Bienen immer noch Mobilbau, also in Rahmen gefasste und somit zerstörungsfrei entnehmbare Waben.

Anfangsstreifen

Der Anfangsstreifen gibt die Richtung vor

Die Unterteilung in Arbeiterinnen- und Drohnenwaben hat der Mensch erfunden. In von Beginn an frei bauenden Völkern finden sich keine Drohnenwaben, sondern lediglich Bereiche mit Drohnenzellen. Sie verteilen sich der Schale einer Orange ähnlich rund um das zentrale Brutnest. Anfangs bauen die Jungvölker oder Schwärme im Kernbereich des Brutraumes reinen Arbeiterinnenbau. Aussen herum finden sich dann praktisch auf allen Waben mehr oder weniger Drohnenzellen.

Seit ich diese bienengewollte Nestbauordnung bei meinen Völkern kennenlernen durfte, erachte ich es als ziemlich blödsinnige Menschenidee, im Brutraum durch das Umplatzieren von Waben die Ordnung zu stören. Alles bleibt seither in den Bruträumen meiner Völker dort, wo es die Bienen gebaut haben. Wenn ich eine Wabe entnehme – z.B. zur Ablegerbildung – kommt als Ersatz an genau diese Position ein neuer Leerrahmen.

Ich vermute, dass meine Bienen mehr Drohen aufziehen als ihre durch Mittelwände mehr oder weniger zum Arbeiterinnenbau gezwungenen Schwestern. Gemessen habe ich das nicht, und vieles lässt sich auch nicht so einfach messen. Dafür aber erleben: Wenn ich im Sommer ein Volk öffne, offenbart sich mir eine spürbar stressarme Atmosphäre: Ein angenehmes niederfrequentes Brummen dringt aus dem Stock, die Völker sind extrem ruhig und sanftmütig. Dieser harmonische Zustand ist ansteckend und ab und zu würde ich mich dann am liebsten mit in den Kasten setzen und ein bisschen mitkuscheln, wenn da noch genügend Platz für mich frei wäre. Auch in Sachen Vitalität und Leistungsfähigkeit kann ich aus meiner subjektiven Sicht nur Positives beobachten. Ich bleibe beim Naturbau.

 

 

Vorteile des Naturbaus im Brutraum:

 

  • Weniger Rückstände (Akarizide etc. als Altlasten aus Mittelwänden) in Wabenbau und Honig
  • Weniger Kosten dank minimiertem Bedarf an Mittelwänden.
  • Weniger Arbeit dank Erweiterung in einem Schritt: Der Kasten wird einfach gefüllt mit Leerrahmen, welche dann nach Bedarf von den Bienen mit Waben ausgebaut werden.
  • Naturgemässere Bienenhaltung ohne Drohnenschnitt: Die Bienen ziehen so viel Drohen auf, wie es ihrer Natur entspricht. Auch gibt es genügend tierfreundlichere Alternativen zur Varroabekämpfung.

 

Ein Anfangsstreifen gibt die Richtung vor

Im Bau befindliche Naturbauwabe mit ansitzender Königin

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